Montag, 23. Januar 2012

Ich habe einen Traum ...

Foto von [F]oxymoron via Flickr
Wenn man nun seit 20 Jahren verschiedene Versionen von TopSolid verkauft hat, gute und in den frühen Jahren auch ein paar weniger gute, kommt man irgendwann zu dem Schluß, daß der Schlüssel zur Entwicklung eines großartigen CAD- (und auch CAM-) Systems letztlich nicht darin liegt, die Antworten zu finden, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Wofür werden die Menschen CAD-Software in den nächsten 10 Jahren benutzen ? Was sind die Schwächen in der Architektur meiner aktuellen Software ? Welche Fragen hat sich Missler Software wohl gestellt und wie haben sie diese beantwortet ?


PDM

Derzeit verfügt kein CAD-System über eine wirklich tiefgehende Integration in eine PDM-Umgebung. Mit wirklich tiefgehend ist gemeint, daß die beiden Komponenten gar nicht mehr als getrennte Produkte wahrgenommen werden und das Arbeiten mit PDM zum natürlichen Umgang gehört. Das Verwalten von Bauteilen in den verschiedenen Stadien ihres Entwicklungs- und Reifeprozesses ist schlicht eine Notwendigkeit geworden und die Anwender möchten mit dieser Notwendigkeit auf die komfortabelst denkbare Weise umgehen. Die heute übliche Generation von PDM-Software ist immer über die vorhandenen CAD-Systeme darübergelegt worden und schreckt die Anwender eher ab als Freude an der Arbeit zu vermitteln. Die heute üblichen Lösungen sind nicht komfortabel, nicht integriert und haben oftmals auch keinen tieferen Einblick in die Baugruppen und anderen Dokumente und deren Abhängigkeiten untereinander.

Missler Software hat hier einen klaren technischen Vorteil. Wie sieht PDM in der Zukunft aus ? Wie werden die Leute in der Produktentwicklung in 10 Jahren arbeiten ? Ich glaube, daß in der Zukunft immer mehr Unternehmen, und zwar vor allem kleinere, ihre Infrastruktur auslagern werden und nach Nutzen bezahlen werden. Dies ermöglicht es auch kleinen Firmen, die exzellente Datensicherheit, Ausfallsicherheit moderner Rechenzentren zu nutzen, und zwar zu einem Bruchteil der Kosten, die aufträten, wenn sie es nur halb so gut selbst betreiben würden. Hierzu gehören Speicher- und Rechenkapazität, aber auch die Lizenzierung von Softwarewerkzeugen. Die Anwendungen werden auf massiven Serverfarmen und laufen und mit vergleichsweise "leichten" Clients wird darauf zugegriffen werden.

Teilen

Wenn man schon mal ein Urlaubsfoto vom Handy auf einem sozialen Netzwerk geteilt hat, sollte es zu denken geben, welche technischen Kunststücke man vollführen muß, um heute 3D-Modelle, wenn möglich gar mit zusätzlichen technischen Informationen, zwischen Kunden und Lieferanten auszutauschen. Hier ist Fortschritt dringend nötig, auch wenn er in der CAD-Industrie auch aus Gründen des "Schutzes" eines gewissen Marktanteils nicht gerade mit großer Priorität betrieben wird.

Modellieren

Die Möglichkeiten zur Geometrieerstellung und -änderung haben sich seit den frühen Polyedermodellierern dramatisch weiter entwickelt. Der aktuell in TopSolid 7 verfügbare Werkzeugkasten deckt alle Bedürfnisse des Maschinenbaus ab und wird durch zusätzlich erscheinende vertikale Applikationen für Tooling, Möbelindustrie usw. sicher noch vollständiger werden. Jeder in der Industrie scheint auf "das nächste große Ding" zu warten. Das "letzte große Ding" war, nach meiner Sicht der Dinge, die Umstellung von reinem 3D-Konstruieren auf parametrisches Konstruieren. Damit wurde nicht die momentane Gestalt eines Bauteils, sondern auch die Absicht des Konstrukteurs hinsichtlich der Funktion des Bauteils eingefangen. Es gibt momentan unter dem Titel FreeShape große Entwicklungsbemühungen, Modellen ohne diese Information nachträglich Intelligenz einzuhauchen. Es sollte jedoch schlichtweg möglich sein, Konstruktionsabsicht zwischen CAD-Systemen auszutauschen.

Ein genereller Trend scheint es zu sein, daß immer mehr technische Information direkt im 3D-Produktmodell und nicht, wie heute üblich, auf einer Zeichnung oder in anderen zugehörigen Dokumenten gespeichert sein wird. Dazu gehört das Wissen darum, wie das Teil geändert werden können soll, Fertigungsinformation (Bohrungen, Qualitäten). Sollte es nicht möglich sein, die Form- und Lagetoleranzen im 3D-Modell eindeutig zueinander zu definieren und zu verifizieren und das nicht nur in integrierten Lösungen wie TopSolid, sondern systemübergreifend ?

Das sind nur ein paar meiner Gedanken, über die ich gerne diskutieren würde. Dieses Blog oder unsere Facebook- oder Google+ Seite sind sicher der richtige Ort dafür.