TopSolid 2005: Neu ist nicht nur die Oberfläche

Datum: 22.11.2004

Bei Missler Software werden die Besucher der Euromold in diesem Jahr länger verweilen müssen, um alle Neuheiten in Augenschein zu nehmen. Das französische Softwarehaus, das zu den weltweit führenden Anbietern von integrierten CAD/CAM-Lösungen gehört, zeigt am Stand H56/G57 in Halle 8 die Version 2005 seiner TopSolid-Produktfamilie. Auf den ersten Blick fällt die neue, wesentlich übersichtlichere Benutzeroberfläche ins Auge, aber auch unter der Oberfläche hat sich viel getan: TopSolid 2005 enthält zahlreiche funktionale Erweiterungen und Verbesserungen, sowohl für die Konstruktion, als auch für die CAM-Bearbeitung von Werkzeugen und Formen. Außerdem hat die Produktfamilie „Nachwuchs“ bekommen: Das Zusatzmodul TopSolid’MoldXpress lässt sich über das Internet aufrufen und bedienen, um mit Unterstützung eines virtuellen Assistenten einfachere Spritzgießformen zu erzeugen.

Zu den wesentlichen funktionalen Erweiterungen der integrierten CAD/CAM-Lösung gehört die Möglichkeit, Flächen direkt anzufassen und unter Beibehaltung der definierten Stetigkeiten in die gewünschte Richtung zu ziehen. Bestimmte Flächenzusammenhänge, beispielsweise eine Bohrung oder eine Tasche, können ohne Kenntnis ihrer Konstruktionshistorie modifiziert werden, was die Weiterverarbeitung von importierten Geometrien wesentlich erleichtert. Form und Lagetoleranzen lassen sich jetzt direkt am 3D-Modell anbringen und können für die weitere Bearbeitung ausgewertet werden, beispielsweise für die Erstellung von Messprogrammen in der Qualitätssicherung.

Das Arbeiten mit großen Baugruppen ist in TopSolid 2005 noch komfortabler geworden. So behalten bewegliche Teile einer Unterbaugruppe beim Zusammenbau der gesamten Baugruppe ihre Beweglichkeit bei. Verbessert hat Missler außerdem die Analysefunktionen des Dynamikmoduls, so dass bewegliche Mechanismen unter Berücksichtigung physikalischer Parameter wie Masse, Beschleunigung oder Drehmoment simuliert werden können.

Toleranzen am 3D-Modell definieren
Form- und Lagetoleranzen können direkt am 3D-Modell definiert werden.

Das Formenbaupaket TopSolid’Mold enthält in der Version 2005 neue Funktionen für den Versionsvergleich von importierten Geometrien, mit denen Formeinsätze bei nachträglichen Änderungen an den importierten Bauteilen einfacher aktualisiert werden können. Wesentlich komfortabler sind auch die Konstruktion von Mehrfachformen und die Verwaltung der verschiedenen Formeinsätze geworden. Einsätze mit komplexen Formkernen kann der Anwender erzeugen, indem er über eine Dialogbox einfach auf die TopSolid-Funktionen für die Elektroden-Konstruktion zugreift. Außerdem automatisiert die Software die Konstruktion von Faltkernen zur Entformung von innen liegenden Hinterschnitten.

Bei der Weiterentwicklung des Formenbaupakets hat der französische Softwarehersteller besonderes Augenmerk auf die Erhöhung des Bedienkomforts gelegt. Viele Operationen lassen sich jetzt über Dialogboxen aufrufen, was die manuelle Eingaben reduziert und die Software für den Anwender noch intuitiver bedienbar macht. Vereinfacht wurde außerdem die Konstruktion von Trennflächen, die einfach durch Anklicken mehrerer Linien definiert werden können.

Um die Entwicklung und Fertigung von Stanz- und Biegewerkzeugen zu beschleunigen, hat Missler die Software TopSolid’Progress in der Version 2005 durch neue Funktionen für eine durchgängig parametrische Definition von Platinenzuschnitten ergänzt. Sie berechnen aus der CAD-Geometrie schnell die kleinstmögliche Formplatine und erlaubt dadurch eine erste Kostenabschätzung bei der Produktentwicklung bzw. eine Minimierung des Materialverbrauchs bei der Werkzeugentwicklung.

Neue Diaalogfenster für die Formaufbauten
Neue Dialogfelder für die Formaufbauten

Zu den Verbesserungen in der Version 2005 von TopSolid’Cam gehören unter anderem neue Funktionen für die Trochoiden- und Tauchbearbeitung, mit denen Material mit größeren Schnitttiefen ausgeräumt werden kann. Außerdem lässt sich die Bearbeitung beschleunigen, indem die Schrittweite zwischen den Durchgängen optimiert und die maximale Rauhtiefe beibehalten wird. Das Programm berechnet die ideale Schrittweite für den kürzesten NC-Code und die schnellsten Bearbeitungszyklen, was bei der Bearbeitung zu einer Zeitersparnis von bis zu 40 Prozent führt.

Highspeed-Bearbeitung mit Trochoiden
Optimale Unterstützung für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung durch Trochoiden in 2D und 3D

TopSolid’Cam 2005 zeichnet sich gegenüber der Vorgängerversion durch eine noch größere Flexibilität aus. Die Software unterstützt jetzt beispielsweise die Fertigung von Teilen mit Hinterschnitten, was die Herstellung von Formen für den Gummispritzguss erleichtert. Erweitert wurden außerdem die Funktionen für die Drehbearbeitung. So berechnet die Software automatisch das geeignete Rotationsprofil des zu drehenden Teils und unterstützt bei Drehvorgängen auf Fräs- und Bohrmaschinen auch Planschieber zur Erzeugung nicht-zylindrischer Flächen. TopSolid’Cam 2005 eignet sich dadurch hervorragend für die Programmierung von komplexen Dreh/Fräsbearbeitungszentren mit 2, 3, 5 und 6 Achsen.

Autor: Michael Wendenburg Quelle: BG:Concept