Missler zeigt die Stärken von TopSolid’Cam als eigenständige CAM Lösung

Datum: 27.04.2004

Julius Cäsars Wahlspruch „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ gilt jetzt auch für die unterschiedlichen „Kohorten“ von fertigungsorientierten Industrieunternehmen. Sie müssen sich nicht mehr an den Hersteller einer integrierten CAD/CAM-Lösung ketten, um die Prozesse von der Konstruktion bis an die Fertigungsmaschine möglichst durchgängig zu gestalten.

Auf der METAV Süd in München demonstriert das französische Softwarehaus Missler die Stärken von TopSolid’Cam bei der Erkennung von Konstruktionselementen (Features) und geometrischen Änderungen an importierten CAD-Modellen. Dadurch lässt sich die CAM-Software mit gängigen, volumenorientierten CAD-Systemen wie Catia, Unigraphics, Pro/Engineer, SolidEdge, SolidWorks oder OneSpace Designer/Modeling zu einer CAD/CAM-Prozesskette verbinden, die in punkto Durchgängigkeit fast an die integrierten Lösungen aus der Hand eines Herstellers heranreicht.

In Unterschied zu ihnen bietet TopSolid’Cam jedoch den vollen Leistungsumfang eines modernen Programmiersystems für die spanabhebende Bearbeitung mit bis zu fünf simultanen Achsen und voller Unterstützung des Hochgeschwindigkeitsfräsens. Außerdem ist die Software wesentlich einfacher und intuitiver zu bedienen als die CAM-Module der meisten CAD-Systeme.

Gerade weil diese integrierten Module oft so kompliziert zu bedienen sind, verzichten immer noch viele Unternehmen auf die Durchgängigkeit zugunsten einer werkstattnahen CNC-Programmierung mit einem speziellen CAM-System. Sie nehmen dabei in Kauf, dass viele bereits in der Konstruktion definierte (Feature-)Informationen beim Datenimport verloren gehen und im CAM-System von Hand wieder eingegeben werden müssen, was nicht nur zu Fehlern führen kann, sondern auch die Automatisierung der CAM-Programmierung erschwert. Das gilt sowohl für Standardteile, die nur in Durchmesser, Länge oder Größe variieren und immer gleich bearbeitet werden, als auch für Konstruktionselemente wie Taschen, Bohrungen oder Konturen mit unterschiedlichen geometrischen Formen, die aber mit einheitlichen Zyklen bearbeitet werden können.

Die heute verfügbaren Schnittstellen sind nicht in der Lage, neben den reinen Geometriedaten auch Konstruktionselemente wie Bohrungen oder Passungen zu übergeben. Außerdem geht beim Datenimport der assoziative Bezug zur Ursprungsgeometrie ver n, so dass bei Konstruktionsänderungen normalerweise das komplette CAD-Modell wieder ins CAM-System eingelesen und für die Programmierung neu aufbereitet werden muss. Das ist besonders für Formen- und Werkzeugbauer ein leidiges Thema, da sie aufgrund der knappen Fristen oft mit der Herstellung der Formwerkzeuge beginnen, ehe die Geometrie des zu fertigenden Teils endgültig definiert ist. Diese Thematik ist ebenso bei Teilefamilien und Norm-/Variantenteilen im Maschinenbau sehr wichtig.

Die Software TopSolid’Cam verfügt seit einiger Zeit über intelligente Algorithmen, die in der Lage sind, bestimmte Konstruktionselemente an importierten Geometrien zu erkennen und für die Automatisierung der CAM-Programmierung zu nutzen. Dazu zählen insbesondere Bohrungen, aber auch Taschen oder Nuten. Im Grunde genommen wird bei einer Bohrung jedoch nur der Zylinder erkannt, ohne dass das System genau wissen kann, ob es sich dabei um eine einfache Bohrung, ein Gewinde oder eine Passung handelt.

Missler Software hat deshalb die aktuelle Version des CAM-Systems dahingehend weiterentwickelt, dass zum Beispiel auch Farben erkannt werden, denen der Anwender bestimmte Bearbeitungszyklen zuweisen kann. Zylinder rot 32 bedeutet beispielsweise ein normales Gewinde oder rot 3231 ein Feingewinde. Ab der kommenden Version soll die Software außerdem in der Lage sein, die Textdateien auszuwerten, in denen die meisten CAD-Systeme die Attribut-Informationen zu den Geometrien ablegen. Welche Attribute ausgelesen und für die automatische CAM-Programmierung herangezogen werden können, hängt natürlich vom jeweiligen CAD-System ab.

Eine andere Neuerung, die bereits in der aktuellen Version zur Verfügung steht, auch wenn sie erst von wenigen Anwendern genutzt wird, ist die Compare-Funktion. Sie bietet die Möglichkeit, alte und neue Versionsstände von importierten Dateien zu vergleichen und die bereits definierten Bearbeitungsprogramme mit vergleichsweise geringem Aufwand zu aktualisieren. Das spart bei Änderungen enorm viel Zeit.

Die beschriebenen Funktionen in TopSolid’Cam tragen dazu bei, die Lücke in der Prozesskette bei der Arbeit mit unterschiedlichen CAD- und CAM-Systemen, soweit zu verengen, dass häufig wiederkehrende Bearbeitungsschritte durch die einmalige Definition von wieder verwendbaren Bearbeitungszyklen automatisiert werden können. Das trägt maßgeblich zu einer Beschleunigung der CAM-Programmierung und einer höheren Prozesssicherheit bei.

Autor: Michael Wendenburg Quelle: BG:Concept