Toleranzen in TopSolid verwenden und Bauteile auf Toleranzmitte bringen

Toleranzen spielen in TopSolid eine aktive Rolle bei der Konstruktion und sind mehr als nur Anmerkungen auf Zeichnungen. Wie werden sie verwendet und welchen Nutzen hat das?

Jeder reelle Parameter in TopSolid, also Längen, Winkel und andere physikalische Größen kann mit einer Toleranz versehen werden. Diese Toleranz kann eine Standardtoleranz (H7, h5, ...) oder eine individuelle, sogenannte manuelle Toleranz sein.

Die Toleranzangabe wird hinter dem Maß in eckigen Klammern angefügt. Bei jedem toleranzierten Maß gibt es nun die Möglichkeit zu wählen, welches konkrete Maß das 3D-Modell nun annehmen soll:

  • Nominal: das Maß hat im 3D-Modell seinen Nennwert
  • Minimum: das Maß hat im 3D-Modell den kleinsten möglichen Wert (also die untere Grenze des Toleranzbereiches)
  • Maximum: das Maß hat im 3D-Modell den größten möglichen Wert (also die obere Grenze des Toleranzbereiches)
  • Mittelwert: das Maß im 3D-Modell liegt in der Mitte des Toleranzbandes. Diese Einstellung ist insbesondere dann interessant, wenn das Teil nachher gefertigt werden soll.

Ableitung des Teils

Um die Anforderungen und Arbeitsbereiche logisch voneinander zu trennen, sind das Konstruktionsteil, also das Teil, welches die Produktentwicklung oder Konstruktion bearbeitet, und das Teil, welches gefertigt wird, zwei getrennte Dokumente.

Das Fertigungsteil wird über Extras / Ableitungen / Abgeleitetes Teil ... erstellt und dann mit dem Befehl Neubemaßung aus demselben Menü bearbeitet, um die toleranzierten Maße auf das gewünschte "echte" Maß zu bringen.

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