Mit PDM Zeit sparen und Fehler vermeiden

Seit sich die Konstruktion in 3D durchsetzte, hat die Fülle der erzeugten Daten enorm zugenommen. Und noch immer werden es mehr. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Datenströme mit PDM effektiv nutzen. 

Lange vorbei sind die Zeiten, in denen ein Produkt durch ein paar Zeichnungen und eine Stückliste ausreichend beschrieben war. Heute erzeugen die 3D-CAD-Systeme oft mehrere miteinander verknüpfte Dateien. Hinzu kommen abgeleitete Daten, wie Grafiken, Dokumentationen und Fertigungszeichnungen. Werden solche Datenmengen nicht strukturiert im CAD-PDM abgelegt, hat das fast zwangsläufig lange Suchzeiten und Informationsverluste zur Folge. Abhilfe schafft Produktdatenmanagement, kurz PDM.

 

Immer mehr Mittelständler nutzen PDM

 

Schon 2010 hatte eine Untersuchung von RAAD Research gezeigt, dass bereits 64 Prozent der Fertigungsbetriebe ab 200 Mitarbeiter ein PDM-System einsetzten. Inzwischen dürften es kaum weniger geworden sein. Denn Produktdatenmanagement ist viel mehr als nur das Speichern von CAD-Daten.

Die wichtigsten Vorteile des PDM-Einsatzes:

  • - höhere Produktivität durch Wiederverwendung von Daten
  • - Zeitvorteil durch schnellen Informationszugriff
  • - Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen
  • - kürzere Durchlaufzeiten

PDM-Systeme ermöglichen die Ablage produktbezogener Daten in einer Systematik, die sich an der Produktstruktur orientiert. Die meisten dieser Produktdaten werden von der Konstruktionsabteilung erzeugt, aber vom schnellen und einfachen Zugriff profitiert sie nicht alleine. Unternehmensbereiche wie die Arbeitsvorbereitung (CAM), die Spezialisten für digitale Simulation, Einkauf und Dokumentation arbeiten über PDM ebenfalls mit den aktuellen Produktdaten. Speziell für die NC-Programmierung ist wichtig, dass Konstruktion und Arbeitsvorbereitung eine gemeinsame Datenbasis haben, bei der die Aktualität der Daten eindeutig gekennzeichnet ist.

 

Paralleles Arbeiten reduziert die Durchlaufzeiten

 

Wenn alle Daten in einem gemeinsamen System zu Verfügung stehen, können manche Arbeitsschritte früher beginnen als bei rein sequentiellem Vorgehen. So kann zum Beispiel der Einkauf frühzeitig anhand schon freigegebener Stücklisten über benötigte Komponenten verhandeln. Die Arbeit an der Dokumentation beginnt bereits, noch bevor das Produkt zu Ende entwickelt wurde.

Solche sich überlappenden Schritte in der Produktentstehung („Concurrent Engineering“) bedeuten kürzere Durchlaufzeiten – ein wichtiger Vorteil gegenüber Wettbewerbern.

Neben der geordneten Archivierung und Durchsuchbarkeit der Produktdaten erfüllen PDM-Systeme zwei weitere wichtige Funktionen:

- Workflows sorgen dafür, dass bei bestimmten Aufgaben definierte Abläufe eingehalten werden. Freigaben zum Beispiel können nur erfolgen, wenn alle erforderlichen Zustimmungen vorliegen. Bei Änderungen erhalten alle involvierten Teilnehmer automatisch eine Nachricht, damit niemand übersehen werden kann.
- Versionierung gewährleistet, dass alle mit den neuesten Daten arbeiten. Teil der Versionierung ist die Rückverfolgbarkeit der durchgeführten Änderungen.

 

Vorrang für einfach zu implementierende Software

 

Die Vorteile von PDM-Software sind so umfassend, dass größere Betriebe immer seltener auf sie verzichten wollen. Aber wenn schon Datenverwaltung, warum dann nicht gleich PLM? Wo ist überhaupt der Unterschied?

Das Produktlebenszyklus-Management (PLM) stellt eine Erweiterung des Produktdaten-Managementsystems dar. Ist PDM primär an Entwicklungsdaten orientiert, erweitert PLM dieses Konzept auf alle produktbezogenen Informationen, von der Ideenfindung über Marketing und Verpackungsdesign bis zur Entsorgung. Damit werden noch mehr Daten zentral erfasst – der Aufwand für Implementierung und Wartung fällt allerdings erheblich höher aus.

PDM ist also in den meisten Fällen für entwickelnde und produzierende Unternehmen eine lohnende Investition. Prüfen Sie den Aufwand: Eine „Out of the Box“ funktionsfähige Lösung ist für Mittelständler oft passender als ein umfangreiches Paket, das schnell zur Dauerbaustelle werden kann.